Bücher auf Reisen
Das Konzept ist, wenn ich mich richtig entsinne, nicht wirklich neu:
Man lässt ein Buch, das einem gut gefallen hat, mit voller Absicht irgendwo liegen, in einem Café vielleicht, auf einer Parkmauer, am Bahnhof oder meinetwegen auf einer öffentlichen Toilette (okay, vielleicht keine gute Idee) mit einem kleinen Vermerk im Einband, dass der glückliche Finder, nachdem er seine verdiente Freude an dem Buch gehabt hatte, doch bitte gleichsam verfahren soll.
Der Sinn dahinter liegt einfach darin, dass viele Menschen in den Genuss eines Buches kommen, das sie vielleicht sonst nicht gelesen hätten.
Nachdem ich eine ganze Weile gehofft hatte, mal per Zufall so ein Buch zu finden (anscheinend ist diese schöne Tradition allerdings ein wenig aus der Mode geraten), gibt es nun eine Möglichkeit, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen.
Die Website bookcrossing.com greift das Konzept auf und verpackt es in ein Web2.0-Gewand, genau richtig also für einen kleinen Nerd, wie ich es bin.
Ein Buch auf Reisen zu schicken funktioniert folgendermaßen:
- Registrierung bei BookCrossing, ganz gewohnt mit Email und Passwort
- Buch anmelden. Man bekommt eine sogenannte BCID (Book Crossing ID) für das Buch
- BCID in das Buch schreiben, zusammen mit dem Vermerk natürlich, dass der Finder das Buch doch bitte bei bookcrossing anmelden solle, und der URL, wo er dies tun kann
- Buch irgendwo liegen lassen, wie bereits bekannt
- Sobald jemand mittels der BCID das Buch als gefunden markiert, bekommt man eine Email mit dem momentanen Verbleib des Buches. Wenn der Finder fleissig ist, kann man auch seine Rezension zu dem Buch lesen
Darüber hinaus verfügt BookCrossing über eine “Go Hunting“-Abteilung, in der man sich (vom Land über die Region) zu seiner Stadt durchklicken und dort alle derzeitig registrierten Bücher samt letztem bekannten Aufenthaltsort anzeigen lassen kann. Ich persönlich finde diese Beschreibungen allerdings ein wenig zu vage, denn “Köln Hauptbahnhof” ist ja nicht die präziseste Beschreibung, um ein besitzerloses Buch zu finden.
Ich finde, dass BookCrossing eine schöne Möglichkeit darstellt, Bücher unter die Leute zu bringen und anderen Leuten Bücher zu zeigen, die einem selbst ans Herz gewachsen sind, darüber hinaus stellt das Konzept meinen Spieltrieb auf die Probe: Ich will natürlich unbedingt wissen, wie es meinem Buch ergangen ist!
Innerhalb der nächsten Tage werde ich mal selbst ausprobieren, ein Buch in die Freiheit zu entlassen (BookCrossing nennt’s release into the wild), heute Abend wird erst mal inspiziert, von welchem Teil meiner Büchersammlung ich mich eventuell trennen könnte (*sniff*).
Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!
_brause
Gefunden übrigens via: pl0g
Update: Der CCA vom Täglichen Wahnsinn an der Hotline hat mich in den Kommentaren auf www.copys-in-the-wild.de.vu hingewiesen, eine recht ähnliche und, wie man auf der Seite nachlesen kann, von BookCrossing inspirierte Seite, welche die Liegenlass-Aktionen mit, ahem, Sicherungskopien möglich macht. Danke sehr!
1 comment May 21st, 2007






