MeinDein
July 26th, 2006
Für die, die ich noch nicht ausreichend mit Trivialwissen behelligt habe: Die kleinen, tobleroneförmigen Plastikdinger, die man benutzt, um im Supermarkt seinen Einkauf von denen anderer Leute abzugrenzen, hatten früher keinen vernünftigen Namen, weswegen irgendeine Institution einem geistig etwas umnachteten Wettbewerb ausrief, um diesen Apparillos und anderen Dingen einen Namen zuzuweisen.
So erblickten solch fürchterliche Neologismen wie “sitt” (=nicht mehr durstig) ans Tageslicht (*schauder*); und auch ein Name für die Ware-Kunde-Zuordnungsdingsies wurde gefunden: MeinDein.
Wirklich, tatsächlich, in der Tat. Wenn man jemanden im Supermarkt fragt, ob er einem das MeinDein reichen könnte, ist das ein zulässiger deutscher Satz…na ja.
Aber darauf will ich gar nicht hinaus, worüber ich euch eigentlich informieren möchte, ist eine kleine Tatsache, die sich mir unlängst erschloss.
Ich fand es nämlich immer total spießig, diese MeinDeins akribisch genau vor und hinter seinen Einkauf zu postieren wie die Wände eines Forts, auf dass ja kein Einkauf minderer Lebensformen in dieses Sanktuarium einbricht. Folglich ließ ich es also bleiben, mit dem Resultat, dass in unregelmäßigen Abständen das Förderband den Einkauf meines Hintermanns in meinen hineintransportierte, die kluge Verkäuferin dies nicht bemerkte und mir den Doppelkorn mit in Rechnung stellen wollte.
Das liegt daran, dass nicht etwa die VerkäuferInnen die Kontrolle über das Band haben (ich habe immer an die Existenz eines Fußpedals oder so etwas geglaubt), weit gefehlt, diese Dinger sind mit kleinen Lichtschranken ausgestattet, die es anhalten lassen, sobald Einkauf die Sensoren passiert.
Aus irgendwelchen mir völlig unerfindlichen Gründen allerdings löst manch ein Einkauf diese Schranken nicht auf (Reichweite?), was in den eingangs beschriebenen Unannehmlichkeiten resultiert.
Aber zur Lösung dieses Problems sind die MeinDein prima geeignet, die triggern nämlich absolut immer.
Insofern finde ich dieses Einkaufsmauern zwar immer noch spießig, aber ich mach es eben einfach trotzdem.
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